Kevin Ayers and the Whole World

Für seine zweite LP stellte Kevin Ayers die Band „The Whole World“ zusammen, bei der Mike Oldfield weitere Schritte in die Musikwelt machte.
Das Zweite und wohl auch zugleich eines der experimentellste Alben von Kevin Ayers aus dem Jahre 1970, dürfte „Shooting at the monn“ sein. Es gibt paar ganz interessante Passagen, allerdings auch heftigsten Free-Jazz und extreme Klang-Collagen. Für meinen Geschmack etwas zu extrem.

Im Vergleich zur ersten Scheibe, geht „Shooting at the moon“ stärker in die Richtung der Canterbury-Szene. Zu Beginn noch sehr songorientiert mit einer warmen, tiefen und angenehmen Stimme von Kevin Ayers. Weiter geht es mit sanften Orgelklänge und mit einer anschließenden Änderung des gesamten Stils, bis hin zu ausgefallenen Tönen.

Heftigste Rhythmen mit Saxophonausbrüchen und manchen Breaks. Dann wird alles etwas wilder. Das was sich Musik anhören soll, hört sich an, als hätte jemand ein Tonband durch den Schredder gezogen.

Stimmlich wird der Gesang härter und ich habe das Gefühl, als hätte ich eine Uraltscheibe von Frank Zappa aus dem Keller geholt. Der Choruspart rundet dann den Track ohne größere Ereignisse ab.

Der zweite Track startet wie eine alte Rocknummer aus den Siebziger. Etwas chaotisch, aber noch nicht unangenehm. Mittendrin ein starkes Gitarrensolo das sich nicht nach dem Mike Oldfield anhört, den wir in den folgenden Jahren kennen lernten.

Danach geht es weiter mit einer Orgie aus Klängen. Wenig Strukturen und zum Teil sehr spartanische Töne und Klänge. Es quietscht und krächzt aus den Lautsprecher und man hat dann irgendwann auch den zweiten Track geschafft.

Sehr konventionell mit Singsang und akustischer Gitarre beginnt der dritte Track. Haften bleibt dabei ein recht einfach strukturierter „Hulla Hulla“ Gesang. Weiter geht es mit Gitarren- und Bassklängen, die irgendwie zu einer Melodie geformt werden. Doch einfach ein bisschen anstrengend. Ein weiterer Schwenk zu Gesang mit einem, sagen wir mal sehr simplen, Chourus Part. Anders ausgedrückt, „Clarence in wonderland“ beginnt mir Reggaerhythmen und Kinderliedgesängen. Zum Schluss gibt es dann einen großen Touch „Canterbury“ mit konventionellem Gesang.

Das letzte Stück noch, und die Scheibe ist geschafft. Der Abschluss mit „Shooting at the moon“ ist im Stil noch recht konventionell. Allerdings fällt eine ziemlich schief gespielte Orgel ins Gehör, die vom Bass und Schlagzeug angetrieben wird.

Wer es bis hier geschafft hat, ist entweder Progrockfan, ein leidenschaftlicher Fan der Canterbury-Szene oder ganz einfach sehr Experimentell.

Tracks

01: May I
Rheinhardt & Geraldine
Colores Para Dolores
09:40
02. Lunatics lament
Pisser dans un violon
12:55
03. The Oyster and the flying fish
Underwarter
Clarence in Wonderland
Red green & You blue
12:28
04. Shooting at the moon 05:47

Die insgesamt zehn Stücke sind in den vier einzelnen Tracks enthalten.

Die Songs teilen sich im Einzelnen wie folgt auf:

01 May I? 04:01
02 Rheinhardt & Geraldine/Colores Para Delores 05:40
03 Lunatics Lament 04:53
04 Pisser Dans Un Violon 08:02
05 The Oyster And The Flying Fish 02:37
06 Underwater 03:54
07 Clarence In Wonderland 02:06
08 Red Green And You Blue 03:52
09 Shooting At The Moon 05:53

Daten

Veröffentlicht am: 31.12.1993
Veröffentlicht in: Großbritannien
First Release: Oktober 1970
Medium: Compact Disc
Label: BGO Records
EAN: 517261200136
Artikel-Nr.: BGOCD13