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Aus einem deutschen Promo-Flyer
Den musikalischen Werdegang von Mike Oldfield mit einer Compilation
angemessen zu würdigen, ist kein einfaches Unterfangen. "The Platinum
Collection" bietet mit ihren drei CDs jedoch einen ausgezeichneten Überblick
über das Gesamtwerk des englischen Multi-Instrumentalisten und
Ausnahmekünstlers, dessen Karriere vor 33 Jahren mit einem sprichwörtlichen
Paukenschlag begann. "Tubular Bells" erschien im Juni 1973 und avancierte
zum Meilenstein der Musikgeschichte.
Das Studioalbum brachte es auf phänomenale 264 Wochen in den UK-Charts
und verkaufte sich weltweit 16 Millionen Mal. Dass seine Musik nur schwer zu
kategorisieren war, demonstrierte Mike Oldfield auch mit seinen nächsten
beiden Alben "Hergest Ridge" (1974) und "Ommadawn" (1975).
Als Komponist wie auch als Instrumentallist hat Mike Oldfield mit seinen
ersten drei Alben ein wegweisendes Kapitel Rockgeschichte geschrieben, das
noch lange Genres wie Ambient, Trance und New Age inspirieren sollte.
Zugleich schlug Mike Oldfield Mitte der Siebziger ein neues Kapitel seiner
Karriere auf: Mit "In Dulci Jubilo", "Don Alfonso", "Portsmouth" und einer
kecken Bearbeitung des Traditionals "EIlliam Tell Overture" veröffentlichte
er eine Reihe von Singles, auf denen sich ein rundum gereifter Musiker auf
der Suche nach seiner musikalischen Herkunft präsentierte.
"Incantations" (1979) zeigte einen Musiker, der sich nicht scheute, mit
seinen komplexen Polyrhythmen der Punk-Generation die Stirn zu bieten und
mit einem 100-köpfigen Ensemble auf Tour zu gehen.
"The Platinum Cllection" bietet natürlich auch Auszüge aus Oldfields
Studioalbum "Platinum" (1979), auf dem er sich verstärkt dem Schreiben von
Popsongs zuwandte. Mit seinem nächsten Studioalbum "QE2" (1980) kam seine
neu gewonnene Vorliebe für klassische Popsongs noch stärker zum Tragen. So
interpretierte er sowohl "Arrival" von Abba als auch "WOnderful Land" von
den Shadows als Hommage an deren Gitarristen Hank Marvin.
"Crises" avancierte zu Mike Oldfields international erfolgreichstes Album
der achtziger Jahre. "Moonlight Shadow" (eröffnet als extended version CD2)
war nicht nur ein riesiger Hit: Der Ohrwurm wurde zum Synonym für die
kommerzielle Seite von Mike Oldfield. "Shadow On The Wall", eine weitere
Singleauskopplung, demonstrierte, wie rockig er mitunter klingen konnte.
Leadsänger Roger Chapman war hier ganz in seinem Element.
Im folgenden Jahr erschien das Studioalbum "Discovery" (1984), das mit
"To France" einen weiteren Top-Hit mit der unvergleichlichen Stimme von
Maggie Reilly bot. Zu den weiteren Highlights der Achtziger zählten die
Tracks vom Album "Islands" (1987). Der Titelsong mit Bonnie Tyler als
Leadsängerin sowie "Flying Start" und "The Time Has Come" sind auf CD3 in
Ihren 12inch-Versionen enthalten. Das gilt auch für die Songbeispiele aus
dem Album "Earth Moving": Die Achtziger waren eben auch die erste große Ära
der Remix-Versionen. Mit "Amarok" (1990) schuf Mike Oldfield ein Pedant zu
seiner großen Album-Trilogie der frühen Siebziger. Für Oldfield war es die
Blaupause für "Tubular Bells II" (1992) dessen Opening Track "Sentinel"
sinnvoll die CD3 der "Platinum Collection" eröffnet.
In den Neunziger war Mike Oldfield nicht mehr ganz so produktiv wie in
der vorherigen Dekade. Mit "Hibernaculum" von dem Album "The Songs Of
Distant Earth" (1994) sowie "Woman Of Ireland" von dem keltischen Album
"Voyager" (1996) zwei wunderschöne Beispiele für Oldfields Kunst, sich
musikalische Technologien ausgezeichnet einzuverleiben und für muikalische
Ergüsse aus aller Welt stets offen zu bleiben. Die Neunziger beendete Mike
Oldfield mit einem weiteren ambitionierten Projekt: "The Millennium Bell"
(1999) wurde zum Übergang ins Jahr 2000 vor einem Millionenpublikum in
Berlin live aufgeführt. Mittlerweile ist auch der musikalische Tausendsassa
Mike Oldfield im 21. Jahrhundert angekommen.
Sein Album "Tres Lunas" (2002) entstand im direkten Zusammenhang mit dem
Computerspiel "Musical VR", das Oldfield maßgeblich mitentwickelt hat. "To
Be Free" aus just jenem Album beendet "The Platinum Collection", die die
Abenteuerlust, Vielfalt und Innovationsfreude dieses musikalischen
Chamäleons bestens dokumentiert.
Quelle ist der Promo-Flyer zu "The Platinum Collection", den es als PDF
Datei zum Downloaden gibt.
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