Letzte Bearbeitung,
02.07.2005
|
Es ist schwierig das Album Ommadawn von Mike Oldfield aus
dem Jahre 1975 einzuordnen. Es steht, nach den erfolgreichen Alben "Hergest
Ridge" und "Tubular Bells", als ein Meisterwerk für sich selbst. "Ommadawn"
setzt zwar die Linie von "Hergest Ridge" fort, ist aber ein in sich
stimmiges und für sich alleine stehendes Werk von Mike Oldfield.
Schon 1975 soll Mike Oldfield Probleme mit sich gehabt haben. Es wird
immer wieder von Alkohol-und Drogensucht gesprochen. Hört man sich "Ommadawn"
an, muss man sich die Frage stellen, Genie oder Wahnsinn?
"Ommadawn" wirkt nicht so verspielt wie "Tubular Bells", das gesamte
Album wirkt in sich reifer und zeigt dem Hörer eine Linie. Es gibt verstärkt
keltisch-folkloristischen Einflüsse und neben irisch klingendem Gesang gibt
es auch den Dudelsack zu hören. Zum Ende des ersten Teils setzen
südafrikanische Klänge ein. Somit wirkt "Ommadawn" Weltoffen, was im
Umkehrschluss den Begriff "Weltmusik" definieren lässt. Von diesem Ausdruck
und der Musikgattung war man jedoch 1975 noch weit entfernt. Sozusagen ein
Geniestreich von Mike Oldfield.
Zum ersten Mal holte sich Mike Oldfield prominente Unterstützung zu
seinem Album. Für Pierre Moerlen ist das Album "Ommadawn" die erste
Zusammenarbeit mit Mike Oldfield. Paddy Moloney von den Chieftains spielt
den Dudelsack. Zur weiteren Unterstützung treten seine Geschwister Terry
Oldfield und Sally Oldfield mit an. Weitere gesanglichen Unterstützung
erhielt Mike Oldfield durch Clodagh Simmonds. Simmonds war bereits auf "Hergest
Ridge" zu hören war.
Der erste Part gehört wohl zu den besten Stücken, die Mike Oldfield
komponiert hat. Die leidenschaftliche Arbeit mit der Gitarre, verführerische
Rhythmen mit einer kräftigen Portion toller Melodien, lassen die Fanherzen
höher schlagen.
Um so trauriger ist es, das "Ommadawn" kein durchgängiges Werk wurde. Der
zweite Teil beginnt mehr als anstrengend und langatmig, um irgendwann dem
Hörer mit einer schleppenden Melodie fast in Depressionen verfallen zu
lassen. Doch bevor es soweit ist, gibt es nach fünfeinhalb Minuten eine
schöne Melodie, auf der Akustikgitarre gespielt, so das man einem Suizid
noch entrinnen kann.
Mein Lieblingspart, im Teil 2, kommt dann endlich nach fast zwölf
Minuten. Mike Oldfield´s E-Gitarre, die Mandoline, den stampfenden
Geräuschen, die dann meine Füße mitwippen lassen, ist das, was mich wieder
fröhlich macht.
Das Ganze Album wird dann quasi mit einem Kinderlied zum Abschluss
gebracht. "On Horseback" ist ein kleines Liedchen mit einem Hauch von Witz
und Naivität. Ein kleines, aber feines Stück Musik, das mit einer einfachen
Melodie seine Aufmerksamkeit erregen kann.
Mike Oldfield singt selbst, bzw. würde man es eher einen Sprechgesang
nennen. Richtig gesungen, von Mike Oldfield, wird nur im Refrain, der sich
dann von einem Kinderchor unterstützen lässt.
Vielleicht doch ein bisschen Wahnsinn? "Ommadawn" spaltet schon seit der
Erstauflage die Kritiker und Fans. Einigkeit darüber, ob es ein
künstlerischer Hochgenuss ist oder ein einfach mieses Album, gibt es nicht.
"Ommadawn" ist die Lautschrift für das gälische Wort Amadan. Dies
bedeutet Narr bzw. Idiot. Der spätere Titel für dieses Album stammt aus dem
von Clodagh Simonds geschriebenen Text des Finales im ersten Teil.
Warum der Arbeitstitel von "Ommadawn" zu Beginn aber "Pickles On My
Glockenspiel", das Übersetzt "Gurken auf meinem Glockenspiel" heißt, war,
wurde nicht überliefert.
| First Release: |
21.10.1975 |
| Label: |
Virgin Records
Ltd. |
| Arbeitstitel: |
Pickles On My Glockenspiel |
|