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Tubular Bells III

tb3_cd_cover_smallMeiner Meinung nach hat Mike Oldfield mit „Tubular Bells III“ Zeitgeist bewiesen. Auf einer Seite ist es ein bewusstes Remake auf „Tubular Bells“ anderseits beschreitet er neue Pfade und schreibt seine Musikgeschichte weiter.

„Tubular Bells III“ ist kraftvoll, harmonisch, dynamisch und stark in Szene gesetzt. Auch wenn Kritiker meinen: „Nach fast zwanzig Jahren nicht viel neues“, behaupte ich, das Mike Oldfield damit seine Entwicklungsfähigkeit gezeigt hat.

Andere Musiker hören sich jahrelang gleich an und langweilen. Mike Oldfield versprüht mir dieser Scheibe die Entwicklung von sich als Mensch und Musiker. Was allerdings auch im Zusammenhang mit seinem Lebenswandel, zu dieser Zeit auf Ibiza, zu tun haben kann.

Wer in den 80er Jahren auf einem Konzert Ausschnitte aus „Tubular Bells“ gesehen und gehört hat und dann bei der 99er „Live Then & Now Tour“ – „Tubular Bells III“ erlebt hat, kann vielleicht verstehen was ich meine.

Während „Tubular Bells II“ sich stark an dem Grundthema hielt, entwickelte sich „Tubular Bells III“ weiter.  In „Tubular Bells III“ lebt die Musik voller Esprit und Innovation. Alte Melodien verknüpfen sich mit neuen Möglichkeiten und Arrangement. Mike Oldfield geht mit der Zeit in die Zukunft, ohne von seine alten eigenbrötlerischen und introvertierten Pfaden völlig abzuweichen.

Als Vergleich empfehle ich „Tubular Bells“ und „Tubular Bells III“ hintereinander zu hören, da man dann die Entwicklung am besten erkennt. Zu meinen absoluten Lieblingsstücken auf diesem Album gehören „Secrets“ und „Far above the clouds“. Was auch die Trennung zu „Tubular Bells“ am deutlichsten macht.

Auffällig ist der Song „Man in the Rain“. „Man in the Rain“ stört mitunter die Harmonie in diesem Album. Was daran liegen mag, das dies der einzige wahre Vocal-Song ist.

Der Vergleich zwischen „Moonlight Shadow“ und „Man in the Rain“ ist legitim. „Man in the Rain“ entstand in den achtziger Jahren, als Mike Oldfield sich von seiner damaligen Familie trennte. Einige Drumparts stammen sogar aus „Moonlight Shadow“.

Warum Mike Oldfield mit „Man in the Rain“ nach sieben Jahren wieder einen Popsong veröffentlichte, ist nicht ganz klar. Bis zur Zusammenarbeit mit Warner Music wurde Mike Oldfield jahrelang von seine Produzenten und Plattenfirmen dazu gedrängt weitere Popsongs zu schreiben. Nun macht er das freiwillig und verwendet dabei noch einen alten Song? Das gäbe natürlich Anlass zu Spekulation. Nur so wichtig, ist dieser Song nicht wirklich.

Weitere Samples von alten Alben verwendet Mike Oldfield im übrigen zum Beispiel in „Outcarst“. Hier wurden Samples aus „Shadow on the Wall“ verwendet. Auch „Ommadawn“ findet man in dem Album wieder. Die African Drums aus Part 1 finden sich in „Far above the clouds“ wieder.

„Tubular Bells III“ erreichte in den deutschen CD-Charts immerhin Platz 4. Der erwartete Erfolg der Single-Auskopplung „Man In The Rain“ blieb jedoch aus. „Man In The Rain“ erreichte nur Platz 94 in den deutschen Top 100.

Ende November 1998 erhielt Mike Oldfield zum zweiten Mal die „Goldene Europa“ – diesmal für sein Lebenswerk.

Fast ein halbes Jahr später erschienen zum Track „Far above the clouds“ diverse Remixe, die den Song in die Tanzbare-Szene katapultierte, ohne jedoch in den Charts erfolgreich zu sein.

Mike Oldfield sagte 1998 zu seinem Album, u.a. steht das auch im Booklet, „Terrible, wonderful, crazy, perfect“.

Zu Deutsch ein schreckliches, wunderschönes, verrücktes, perfektes Musikstück.

Ein typisches Album nach Oldfield Manier, würde ich sagen.

Die Uraufführung von „Tubular Bells III“ erfolgte am 04.09.1998 auf dem Londoner Horse Guards Parade und wurde mitgeschnitten. Diese Livefassung wurde später als Video und DVD veröffentlicht.

Aus rechtlichen Gründen, hier kommt wieder einmal Virgin zum tragen, ist nicht das komplette Konzert zu sehen, es fehlen „Tubular Bells, Part 1“, „Moonlight Shadow“ und „Family Man“.

Einige TV-Sender strahlten das Konzert später aus. Eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen ist mir nicht bekannt. Allerdings sendete das Schweizer Fernsehen, genauer gesagt SF 2, unter anderem, am 02.09.2000 die Premiere von „Tubular Bells III“ aus. Vielen Dank an Walter aus der Schweiz für diese Info.


First Release: 31.08.1998
Label: Warner Music UK Ltd.

Details

I. The Source Of Secrets (5:34)
II. The Watchful Eye (2:09)
III. Jewell In The Crown (5:45)
IV. Outcast (3:49)
V. Serpent Dream (2:53)
VI. The Inner Child (4:41)
VII. Man In The Rain (4:01)
VIII. The Top Of The Morning (4:26)
IX. Moonwatch (4:25)
X. Secrets (3:20)
XI. Far Above The Clouds (5:30)
All Songs written by Mike Oldfield


Produziert und Aufgenommen: Mike Oldfield
Komponiert: Mike Oldfield
Aufnahme Assistentin: Silvia Müller
Hauptverantwortlicher Produzent: Rob Dickins
Stimmen und Gesang: „MAN IN THE RAIN“ features Cara from Polar Star
„MAN IN THE RAIN“ additional vocals: Heather Burnett
„THE INNER CHILD“ features Rosa Cedrón (Luar Na Lubre)
„THE SOURCE OF SECRETS“, „JEWEL IN THE CROWN“ and „SECRETS“ feature Amar
„FAR ABOVE THE CLOUDS“ features Clodagh Simonds & Francesca Robertson
Aufgenommen: Ibiza-Studio von Dezember 1996 bis März 1998
im Londoner Studio von April 1998 bis Juni 1998
Veröffentlicht durch: Warner Music UK Ltd.
Entstehung: 12/1996 bis Juni 1998
Besonderer Dank: Der Insel und den Menschen auf Ibiza, Miriam Felber, Sally Oldfield, Miguel Garcia and Jeremy Parker
Mike Oldfield spielt: Nicht aufgelistet, aber zu hören:
Synthesisers, Electric guitars, Bass guitar, Acoustic guitar, Spanish guitar, Grand piano, Tubular bells.
Mike Oldfield zu seinem Album: Terrible, wonderful, crazy, perfect
Mike Oldfield 1998
Cover: Bill Smith Studio