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Light And Shade

Andere Meinungen

Hier folgen einige Meinung aus diversen Medien. Ich bedanke mich bei allen Autoren und Diensten, für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung des jeweiligen Artikels.

Copyrights siehe in den jeweiligen Quellenangaben.


Mit freundlicher Genehmigung von Oliver Ding.

Verdunkelung

Rrr-zzz. Rrr-zzz. Wir hören das Geräusch nicht allzu lauten, aber um so stetigeren Schnarchens. Es scheint ein tiefer, fester Schlaf sein. Möglicherweise versüßt von angenehmen Träumen. Weniger schön ist allerdings die Hintergrundmusik dieser Soundeffekte. Irgendjemand hat wohl den folgenschweren Fehler begangen, den neuen Tonträger von Mike Oldfield auf einen wehrlosen CD-Player loszulassen. Aber immerhin mußte der arme Hörer nicht lange leiden. Viel zu schnell entschlief er.

Dabei konfrontiert „Light + shade“ – für besonders Mutige gleich als Doppel-CD ausgeliefert – die Gesellschaft mit beeindruckendem technischen Fortschritt. Das Album ist ein hervorragendes Anästhetikum. Anstatt chemische Keulen zur Narkose zu verwenden, könnten Mediziner künftig einfach auf Beschallung ausweichen. Unmittelbar verfällt der Körper in Tiefschlaf. Und das ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Man schlage bitte den Ex-Musiker für den Medizin-Nobelpreis vor.

Ex-Musiker? Nun, irgendwann in grauer Vorzeit hat Oldfield mal mit übereinandergetürmten Bandschlaufen für Furore gesorgt. Der enorme Erfolg von „Tubular bells“ legte Anfang der Siebziger den Grundstein für das damals noch jungfräuliche Indielabel Virgin, und in den Achtzigern räumte er mit hartnäckigen Ohrwürmern wie „Moonlight shadow“ oder „To France“ ab. Das ist lange her. Längst hat sich Oldfield am Rechner zur Ruhe gesetzt. Statt der Gitarre faßt er nur noch die Maus an. Hin und her schiebt er abgenudeltste Synthwolken, unterlegt sie mit betäubten Rhythmen und monochromen Melodien. Irgendwann glaubt er, die jeweils richtige Position für diesen Kram gefunden zu haben. Und gibt dem fertigen Werk Namen wie „First steps“ oder „Sunset“. Vermutlich, weil es seine ersten Schritte mit einer neuen Software waren, die andauerten, bis er bei Sonnenuntergang keine Lust mehr hatte.

Das Ergebnis: „Light + shade“ wurde derart mit Harm-, Belang- und Sinnlosigkeiten geimpft, daß man sich wundert, daß nicht schon der Laser der Abspielgerätes zu gähnen beginnt. Möglich, daß hier sogar die Nullen und Einsen im Polycarbonat gelangweilt Däumchen drehen und wegdämmern. Besonders hinterlistige Menschen verkaufen derlei Stillstand gerne als „Ambient“ und verwenden Vokabeln wie „spacig“ oder „atmospärisch“. Das dürfen, nein, müssen Leute hören, die Moby für einen skrupellosen Brutalo halten. Oder Pink Floyd für hektische, hyperaktive Ballermänner. „Light“ soll die sanfte Seite des Briten darstellen, während „Shade“ sich der dunklen, modernistischen Seite widmet. A different kind of Schnarch. Rrr-zzz. Rrr-zzz.

Quelle: www.plattentests.de
Autor: Oliver Ding


Mit freundlicher Genehmigung von Matthias Reichel

Mike Oldfield – Light And Shade

[…]

Entstanden in Oldfields Heimstudio in Chalfont St. Giles in Buckinghamshire, basiert das Gerüst von „Light + Shade” auf am PC programmierten Sounds und Stimmen, denen im Nachhinein die markanten Gitarren- und Pianoklänge beigemischt wurden. Zudem betätigt sich Oldfield einmal mehr als Trendsetter, indem er die Software U-MYX, mit der man eigene Mixe der Songs erstellen kann, dem Album hinzufügte.

„Light“ spiegelt die ruhige Seite Oldfields wider. Sanfte Trance-Tracks („Angelique“, „First steps“, „Our father“) stehen neben puristischen Pianostücken („Blackbird“, „Rocky“) und erdigen Folk/Blues-Songs („Closer“). Das ist typisch für den Mike Oldfield der 90er Jahre, dagegen dürften die Fans nicht viel einzuwenden haben. Dabei sei es dem Künstler sogar gestattet, ab und an etwas über das Ziel seiner hohen Ambitionen hinauszuschießen – wie beim peinlichen Ethno-Gejodel in „The gate“, das eher zum Davonlaufen als zum Träumen animiert.

Auf „Shade“ taucht der Meister dann in die Welt des Light-Techno ein. Das spacige „Quicksilver“ vereint die bekannten Gitarrensounds mit stampfenden Beats und sphärischen Pianoparts, „Resolution“ pluckert und bollert ebenfalls. Dazu trällert eine etwas hysterische, weibliche Stimme. Das klingt in etwa so wie bei Michael Cretus Enigma-Projekt, das auch schon aufregendere Tage hinter sich hat. „Romance“ schockiert durch ein billiges Euro-Trash-Gerüst, über das eine mittelprächtige Melodie gelegt wurde. Auch „Slipstream“ dem nichts Positives hinzufügen. Zu mechanisch und unpersönlich klingt der leicht an das „Twin Peaks“-Thema erinnernde Song. Richtig schlimm wird es dann bei „Surfing“, das nur durch das schneidige Gitarrensolo vor der absoluten Katastrophe bewahrt werden kann. Dennoch: die hier verwendeten Drum-Sounds aus dem Computer und die schlurfigen Vocals sind eine Frechheit.

Der angenehme Eindruck der „Light“-CD wird mit den „Shade“-Songs fast völlig zerstört. Bis auf drei Ausnahmen („Tears of an angel“, „Ringscape“ und „Nightshade“) verzettelt sich Mike Oldfield in zweitklassigen Trance- und Techno-Tracks, die einfach nicht nötig waren. Das Konzept des Albums hätte es nämlich durchaus zugelassen, die Anzahl der Songs auf 10 bis 12 zu reduzieren. Dann wäre die Endnote locker um zwei Punkte höher ausgefallen. So hinterlässt „Light + Shade“ einen zwiespältigen Eindruck und das Verlangen nach „Tubular Bells IV“. Nein, das war jetzt nur Spaß…

Quelle: www.cdstarts.de
Autor: Matthias Reichel


Mit freundlicher Genehmigung von – teleschau – der mediendienst

Mike Oldfield: Light And Shade

Selten hat ein Album von Mike Oldfield bei den Fans des Musikers so unterschiedliche Reaktionen ausgelöst wie „Light And Shade“. Schon vor der Veröffentlichung lieferten sich seine Anhänger in diversen Internet-Foren wahre Duelle darüber, ob der neueste Longplayer des Instrumental-Künstlers fantastisch oder enttäuschend ist. Darüber lässt sich trefflich streiten, aber Fakt ist, dass die auf diesem Album vertretenen Melodien einem nicht wirklich ins Ohr gehen oder im Gedächtnis bleiben. Dabei bringt Oldfield gleich eine Doppelalbum mit je acht Songs pro CD heraus.

Auf „Light“ finden sich eher chillige Tracks wie „Angelique“ oder „First Steps“, allesamt am Computer kreiert und nur selten von realen Instrumenten unterstützt. Bei „The Gate“ kann sich der bayerische Hörer ein Schmunzeln wohl nicht verkneifen, schließlich fährt Oldfield hier eine Art Alpenjodler auf, den er den ganzen Song über variiert. Wirklich schön ist nur die Ballade „Rocky“, inspiriert vom Pferd des Künstlers, zu dem Oldfield offenbar ein recht enges Verhältnis hat. Die Piano-Melodie klingt verträumt und irgendwie vertraut, als bestünde hier ein echtes Gefühl der Nähe. Eher kühl hören sich dagegen die Songs auf „Shade“ an. Hier dominieren meist vernachlässigbare Dance-Tracks, die offenbar von der Club-Szene auf Oldfields Wahlheimat Ibiza beeinflusst wurden.

„Quicksilver“ ist laut Künstler der Versuch, die Bewegungen von Delfinen und Luftblasen unter Wasser einzufangen. Funktioniert aber leider nicht, denn hier erinnert nichts an das Meer oder seine Bewohner. Überhaupt erklärt Oldfield in der Pressemeldung jede Nummer und was genau ihn zu der jeweiligen Melodie inspiriert hat, aber ohne Songtexte lässt sich das in den einzelnen Instrumentalnummern kaum erkennen. Daran ändert auch die Zusammenarbeit mit „Schiller“-Chef Christopher von Deylen nichts, der bei „Nightshade“ die Percussion übernimmt. Letztendlich erinnert das Album an eine TV-Talkshow: Ist manchmal ganz unterhaltsam, aber hängen bleibt hier nichts. Synthie- und Oldfield-Fans werden aber schon auf ihre Kosten kommen. Und für die Hintergrundmusik bei einer Yogastunde könnte „Light“ ganz nützlich sein.
Quelle:  www.teleschau.de
Autorin: Marion Brandstetter


Mit freundlicher Genehmigung von laut.de

Mike Oldfield
Light + Shade

Mike Oldfield meldet sich wieder zu Wort – und das, wie erfreut festzustellen ist, ausnahmsweise nicht mit der x-ten Version seiner „Tubular Bells“. Die Freude hält allerdings nicht lange vor. Schon nach wenigen Minuten wünsche ich mir die Röhrenglocken in einer Weise verzweifelt zurück, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Geständnisse vorab, bevor mir üble Dinge unterstellt werden: Ich mag Mike Oldfield.

Ich schätze „Tubular Bells“, ich habe eine überaus innige Beziehung zu „Ommadawn“, ich mochte sogar die Pop-Liedchen Marke „To France“ und „Shadow On The Wall“. Ich wünsche, nicht als Oldfield-Hasser hingestellt zu werden, wenn ich jetzt sage: „Light + Shade“ ist von vorne bis hinten eine einzige Zumutung.

„Die beiden Seiten (seiner) musikalischen Persönlichkeit“ soll es repräsentieren, das Doppelalbum. Ich möchte das nicht glauben. Wäre dem so, wäre Mike Oldfield zur Hälfte sterbenslangweilig, zur anderen unerträglich flach und billig. „Light“, der erste Teil, versucht sich an Chillout- und Ambient-Sounds. „Blackbird“, ein langsames Klavierstück, lediglich versetzt mit einem Hauch sphärischer Elektroklänge, lässt zwar ein gewisses Richard Clayderman-Gefühl aufkommen, ist aber durchaus hörbar. Ebenso das (im Vergleich zur ansonsten herrschenden Melancholie) etwas fröhlichere „Rocky“. Hier scheint das Pianogeklimper direkt aus einer Spieldose zu stammen.

„First Steps“ entstammt, wie etliche andere Tracks auf „Light + Shade“, dem Soundtrack zu Oldfields Virtual Reality-Spiel „Tres Lunas“. Eine Gitarrenmelodie dominiert, unterstützt von Streicherklängen. Obwohl im Verlauf ein recht passabler Bass ins Spiel kommt, der zur Abwechslung mal einen Hauch Tempo vorlegt, und obwohl die Nummer (nach bereits sechs Minuten Spieldauer) noch einmal zu epischer Breite aufläuft, tönt alles in einer Weise absehbar und zweidimensional, dass man Atemnot bekommt.

Richtig schlimm wird es bei „Closer“ (eine Dudelsackhymne bleibt eben einfach eine Dudelsackhymne, auch, wenn man ihr die Dudelsäcke nimmt) und „My Father“, wenn eine primitive Melodie und ein mäßiges Vocal-Sample mit einem blutleeren Synthie-Beat versetzt werden. Einen blasphemischen Kommentar zu der beigefügten Information, der Track sei entstanden, während Papst Johannes Paul II. im Sterben lag, verkneife ich mir an dieser Stelle ebenso, wie jegliche Äußerung zu der grauenvollen, durch eine Stimmsoftware-Mühle gedrehten Jodelei in „The Gate“.

Schlimmer geht es kaum, möchte man meinen – und liegt falsch. Wir haben ja noch Teil 2, „Shade“. Wie bereits in der ersten Hälfte basieren die Tracks auf computerprogrammierten Sounds, die Grundstimmung träger Melancholie bleibt, nur dass diese auf „Shade“ zusätzlich mit unsagbar miesen Umz-Umz-Kirmestechno-Beats unterlegt wird. Euro-Dance, nicht nur light, sondern zusätzlich auch noch koffeinfrei. Nein, auf einen beschaulichen Aufguss von Dario Gs „Sunchyme“ hat wirklich niemand gewartet. Da hilft es nichts, einen Anflug von Walgesängen („Quicksilver“) oder jaulende E-Gitarren („Tears Of An Angel“) beizumengen, oder Schillers Christopher von Deylen mit Bass und Schlagzeug zu Rate zu ziehen („Nightshade“). Dachte ich eine halbe Stunde zuvor noch, „The Gate“ könne unmöglich unterboten werden: „Romance“, die Verwurstung der sattsam bekannten spanischen Gitarrenromanze, belehrt mich erneut eines Besseren.

Stellt sich jetzt die Frage, ob man einen Mike Oldfield mit der Niedrigst-Wertung abwatschen darf. Nein, das darf man nicht. Man muss, und das ist wirklich mehr als schade.

Quelle: www.laut.de
Autor: Dani Fromm


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