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Light And Shade

Track by Track

© Universal Music

„LIGHT“

„Angelique“

„So heißt eine der Voreinstellungen auf einem meiner Synthesizer. Wie immer habe ich damit angefangen, die Musik von unten aufzubauen, und dieses Stück klang irgendwie engelsgleich. Ich kann nicht wirklich sagen, wie es dazu kam, schließlich habe ich einfach nur ein paar Knöpfe gedrückt. Ich komme normalerweise alle drei Tage aus meinem Studio und habe einen neuen Track fertig. Dann bin ich erst mal fertig. Es fühlt sich immer wie eine Geburt an.“

„Blackbird“

„Ich wollte ein reines Klavier-Stück machen, bei dem ich mein letztes wirkliches Instrument benutze: meinen 1928er Steinway. Den Titel habe ich von einem meiner Motorräder entliehen, denn ich habe eine ganze Garage mit schnellen Maschinen. Darunter ist auch eine Honda Blackbird. Das Stück ist zwar langsamer, aber es ist eher so zu verstehen, wie Stanley Kubrick in „2001“ mit Musik gearbeitet hat: Wenn man fährt, dann fühlt sich die Zeit doch zugleich verlangsamt an, wie in Zeitlupe. Ich mag es, mich mit meinem Musik-Maschinenpark auseinander zu setzen, doch dann brauche ich auch wieder eine Pause und verschwinde auf meinen schnellen Motorrädern. Ich hab auch schon Flugzeuge ausprobiert, habe sogar meinen Flugschein gemacht, aber das war mir alles zu aufreibend. Motorräder sind einfach viel erholsamer, relaxender.“

„The Gate“

„Bei diesem Stück habe ich mit dieser Gesangs-Software gearbeitet: Vocaloid. Man nimmt den ganz rauen, unbehandelten Sound, schickt ihn durch ein paar Plug-Ins, und schon klingt alles wunderschön. Der Titel ist von meinem Großvater, Michael Liston, aus Cork. Ich wusste, dass er eines Nachts verschwunden war und erst drei Jahre später zurückkam, doch dann fand ich heraus, dass er eigentlich im ersten Weltkrieg gekämpft hatte, in Ypres in Frankreich, wo später auch das Denkmal errichtet wurde. Fahr einmal nach Ypres und schau dir das Museum an – dann hast du genau die Stimmung, die diesem Song unterliegt.“

„First Steps“

„Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von Stücken, die ich für mein Spiel `Tres Lunas´ gemacht habe. Am Anfang des Spiels ist man alleine in der Wüste, steht vor einem Kaktus, und wenn man dann losläuft, fängt diese Musik an. Robin Smith, ein befreundeter Keyboarder, hat mir bei den Arrangements für das Stück geholfen.“

„Closer“

„Während meiner Reise nach Ypres hörte ich eine Hymne und fand heraus, dass es „Pres De Trois“ war. Ich mochte das Stück so gerne, dass ich sogar eine keltische Version davon machte. Aber die heftigen Dudelsack-Melodien passten nicht so gut auf die Platte, also machte ich eine Blues-Version daraus.“

„Our Father“

„Das war ursprünglich eine Melodie aus `Tres Lunas´. Ich veränderte das Original zu der Zeit, als der Papst gerade im Sterben lag, so dass die ganze Faszination, die sein Leben auf mich hatte, in den Song eingeflossen ist. Als er dann letztlich starb, hatte ich gar nicht das Gefühl, dass er nun tot sei, weil ich thematisch immer noch ganz bewusst bei ihm war. Für mich stellt dieser Song sein ganzes Leben da, und auch seinen Tod.“

„Rocky“

„So heißt mein Pferd. Er ist ein arabischer Hengst, der immer bei mir ankommt und mich umarmen will. Wenn wir ihn eines Tages nicht mehr bei uns hätten, würde er bestimmt ein unfassbares Biest werden.“

„Sunset“

„Bei `Maestro´, dem zweiten Spiel, das ich gemacht habe, gibt es diese ganz besondere Melodie, die man nur hören kann, wenn man es bis ins letzte Level geschafft hat. Im Fall von `Sunset´ habe ich eine Variation aus eben dieser Melodie gemacht, wobei ich allerdings im Hinterkopf hatte, dass es eine Chill-Out-Nummer werden sollte. Daher auch der Name: `Sunset´.“

„SHADE“

„Quicksilver“

„Ich finde nicht, dass dieser Track Dance-Musik ist. Vielleicht Musik mit einem Dance-Beat. Ich habe bei dem Stück versucht, Unterwasserbewegungen nachzuzeichnen, mit Delphinen und aufsteigenden Blasen. Als ich auf Ibiza lebte, habe ich oft Delphine hinter den Schiffen gesehen – das war wirklich beeindruckend.“

„Resolution“

„Dort wo ich lebe – in Chalfont St. Giles – gibt es ein Denkmal für Capitan Cook. Ich stehe auf Reisen, und Captain Kirk war auf Captain Cook basiert, dessen Schiff auch `Resolution´ hieß. Mit dem Schiff ist er in die Antarktis gefahren. Also machte ich Musik, die wie Eis klingt. Als ich dann aber bei den Aufnahmen war, ging im Irak-Krieg alles drunter und drüber, so dass hier verschiedene Elemente zusammenkamen.“

„Slipstream“

„Ich habe bei FL Studios angefragt, ob ich mit einem der Demo-Songs ihrer Fruity Loops-Software arbeiten könne, denn ich war von dem Riff wirklich umgehauen. Sie sagten sofort zu, und aus diesem Riff wurde dann irgendwann `Slipstream´.“

„Surfing“

„Ich hab auf meine eigenen Stimm-Parts die virtuellen Vokal-Parts aus diesem Software-Programm `Cantor´ gelegt – gemeinsam mit den Roboter-Sounds kam dann dieser Track dabei raus.“

„Tears Of An Angel“

„Zu der Zeit war meine Tochter Molly gerade sehr traurig. Ich arbeitete während dessen gerade mit dem Vocaloid-Programm. Die falschen Stimmen mit meiner eigenen gepaart sorgen dafür, dass man einen schön dichten Chor-Effekt hat.“

„Romance“

„Die erste Sache, die Anfänger von Spanischem Gitarrenspiel lernen, ist, dass es zwei Sounds gibt – einen in Dur und einen in Moll. Ich wollte eigentlich eine Dance-Version machen, aber die Dur-Variante funktionierte nicht so recht. Also blieb ich bei der dunklen Seite der Romanze. Man muss sich vielleicht eine Liebesgeschichte vorstellen, die völlig in die Hose geht, so dass beide Parteien Anwälte auf ihre Seite holen, um sich dann richtig zu bekämpfen.“

„Ringscape“

„Noch ein Stück von `Tres Lunas´. Es stammt aus dieser Stelle, an dem einen eine Eule auf eine Reise mitnimmt. Durch eine Wüste, in einen Tunnel, und dann in eine Welt aus Eispickeln. Und wieder hat mir Robin Smith dabei geholfen.“

„Nightshade“

„Christopher von Deylen und ich haben abgemacht, dass wir uns gegenseitig bei jeweils einem unserer Stücke aushelfen. Also spiele ich nun Gitarre auf einem Stück seiner Band Schiller, und er hat mir bei diesem Song mit Bass und Schlagzeug ausgeholfen. Außer Robin Smith ist Christopher der einzige Gast auf dem Album. Alles andere ist von mir.“


Veröffentlicht am, 16.09.2005, auf www.hibernaculum.de mit freundlicher Genehmigung von Universal Music.

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