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Hergest Ridge

hr_cd_cover_small„Hergest Ridge“ war das zweite Solo-Album von Mike Oldfield. Im September 1974 schaffte es Mike Oldfield dann auch mit zwei Alben in den Charts vertreten zu sein.

Eigentlich wollte sich Mike Oldfield nach seinem ersten Erfolg mit „Tubular Bells“ ausruhen. Der ungewohnte Hype um seine Person, veranlasste den scheuen und psychisch angeschlagenen Mike Oldfield aufs Land nach Herefordshire fahren. Dort entdeckte er auch seine Leidenschaft für Modellflugzeuge.

Doch Virgin wollte einen weiteren Erfolg, auch wenn „Tubular Bells“ noch in den Internationalen Charts vertreten war. So komponierte Mike Oldfield „Hergest Ridge“, benannt nach einem kleinen Gebirgszug, den er von seinem Haus aus sehen konnte.

„Hergest Ridge“ sollte die Kritiker in zwei Lager spalten. Die Erwartung zu einem langen Instrumentalstück wurden von Mike Oldfield erfüllt. Allerdings wurde es keine Fortsetzung von „Tubular Bells“. Und genau so ist das Album „Hergest Ridge“ zu sehen. „Hergest Ridge“ ist eine Erwachsene Suite für Gitarren, Bass, Schlagzeug, Streicher, Oboen und Chor.

Mike Oldfield spielte den Großteil aller Instrumente selbst, jedoch wurden Streicher und Chöre von David Bedford arrangiert und dirigiert, der auch an späteren Alben mit ihm zusammenarbeitete.

„Hergest Ridge“ ist für mich ein schwer verdauliches Album. Es spielt mit Sicherheit in der Liga „Tubular Bells“ und „Ommadawn“ mit. Aber es gefällt mir persönlich nicht so gut. Das liegt mit unter daran, das ich nicht mit dem jungen Mike Oldfield groß geworden bin. Schon immer habe ich mich mit den älteren Werken von Mike Oldfield schwer getan.

Das Album hat seine klassischen, aber auch folkloristischen Inhalte. Es ist typisch für den Mike Oldfield der siebziger Jahre. Der Einsatz der Streicher und der Chöre, sowie der Gesang in einer Fantasiesprache, lässt „Hergest Ridge“ wie ein klassisches monumentales Gesamtwerk stehen.

Eine Art von instrumentalen Overkill stellt Mike Oldfield bei der Verwendung von seinen Overdubs auf. In großen Mengen hat er diese Overdubs bereits bei „Tubular Bells“ verwendet.

Overdub nennt man die Aufnahmen mit Tonbandmaschinen, bei denen bereits auf vorhandenen Aufnahme immer wieder neue Aufnahmen hinzugefügt werden, ohne die alte zu löschen.

Um es bildlich zu beschreiben, anstelle das 50 Gitarren gleichzeitig von 50 Gitarrenspieler gespielt und aufgenommen werden, wird fünfzig Mal hintereinander eine Gitarre aufgenommen. So kann man sich vielleicht am ehesten Vorstellen, was Overdub bedeutet.

Durch diese Aufnahmetechnik erreichte Mike Oldfield ein wahres Gitarrengewitter, wenn er zig Gitarrensounds übereinander spielt. Das klingt zwar irgendwann nicht mehr nach Gitarren, aber es bringt einen ganz besonderen Sound mit sich.

Aber so „brutal“ wie sich diese Momentaufnahmen anhören, so harmonisch und ruhig geht es im Gegensatz dann wieder weiter. Stärker als bei „Tubular Bells“ erlebt man ein Wechselbad aus Klängen und Gefühlen.

Bei seinem Album wurde Mike Oldfield von seinen musikalischen Geschwister Terry Oldfield und Sally Oldfield unterstützt.

Die Abgemischte Version, die man auf CD erhält, ist nicht der ursprüngliche Originalmix der veröffentlich wurde. Als die erste Compilation „Boxed“ im Jahre 1976 veröffentlicht wurde, wurden die ersten drei Mike Oldfield Alben neu Quadrophonieverfahren neu abgemischt. Dabei wurde „Hergest Ridge“ etwas stärker nachbearbeitet.

Mike Oldfield nahm einige Gitarrenparts raus, die er ursprünglich aufgrund des Drucks von Virgin mit verwendet hatte. Dies sollte ursprünglich den ersten Teil etwas „flotter“ gestalten. Im Gegenzug fügte Mike Oldfield dafür Gesangsteile von Clodagh Simmonds hinzu, die auf der Originalpressung fehlten.

Da Mike Oldfield mit der neuen Abgemischten Version viel zufriedener wahr, legte er fest, das die der ultimative Mix für alle zukünftigen Veröffentlichungen von „Hergest Ridge“ war.

Wer das Original „Hergest Ridge“ hören will, muss sich auf die Suche nach alten Originalen Vinyl-Alben aus den Jahren 1974 und 1975 machen.

Aa Dezember 1974 wurde „Hergest Ridge“ als Orchesterversion live aufgeführt. Ähnlich wie bei „Orchestral Tubular Bells“, entstand somit durch dem „Royal Philharmonic Orchestra“ und dem „Scottish National Orchestra“ unter der Leitung von David Bedford „Orchestral Hergest Ridge“.

Dabei spielte jedoch Mike Oldfield niemals die Gitarre. Dies übernahm bei der Erstaufführung Steve Hillage und später dann Andy Summers.

Für den Dokumentarfilm „The Space Movie“ gab es eine Testpressung in Form eines Doppelalbums von „Orchestral Hergest Ridge“. Leider wurde dieses Album niemals veröffentlicht.


First Release: 28.08.1974
Label: Virgin Records Ltd.

Details

Hergest Ridge, Part 1 (21:40)
Hergest Ridge, Part 2 (18:51)
Produced by Tom Newman & Mike Oldfield

 

Mike Oldfield plays: Electric Guitars, Glockenspiel, Sleigh Bells, Mandolin, Nutcracker, Timpani, Gong, Acoustic Guitar, Spanish Guitar, Farfisa, Lowrey & Gemini Organs,  Tubular Bells, Bass guitar.
Produzenten: Mike Oldfield und Tom Newman
Oboes: June Whiting and Lindsay Cooper
Trumpet: Ted Hobart
Snare drum: Chilli Charles
Vocals: Clodagh Simmonds, Sally Oldfield
Woodwind: Terry Oldfield
Cymbal: William Murray
Choir and Strings: Anonymous players conducted by David Bedford
Engineered: Mike Oldfield and Tom Newman
Recorded at: The Manor Spring 1974 and Chipping Norton
Album Mixed: Air London
Cover: Trevor Key assisted by Booklet, the Irish Wolfhound from The Manor
Conductor: David Bedford