Hibernaculum

Blackbird aus Light And Shade von Mike Oldfield

„Blackbird“ hat mich vom ersten Moment an fasziniert und zu triefst berührt. Es ist ein fast ein untypischer Mike Oldfield Song, den ich als zweiten Track auf dem neuen Doppelalbum „Light And Shade“ erlebe.

Zaghaft, wenn nicht sogar sanft und verträumt, spielt Mike Oldfield auf seinem Steinway aus dem Jahre 1928. Kaum Effekte, wenig Soundtüfteleien, kein Rhythmus, sondern nur der gefällige Klang des Pianos. Dennoch strotzt „Blackbird“ vor Energie.

Ist das nun ein Song, mit dem man auf einem Motorrad durch die Landschaft fährt? Der Songname stammt laut Mike Oldfield von einem seiner Motorräder, einer Honda „Blackbird“.

Oder befindet man sich mit „Blackbird“ auf einer Lichtgeschwindigkeitsreise durch die Weiten des Weltraums, bei dem einem alles um ein vielfaches langsamer erscheint?

Vielleicht so, wie Mike Oldfield seinen Song beschreibt. „Das Stück ist zwar langsamer, aber es ist eher so zu verstehen, wie Stanley Kubrick in „2001“ mit Musik gearbeitet hat: Wenn man fährt, dann fühlt sich die Zeit doch zugleich verlangsamt an, wie in Zeitlupe.“

Ich kann es nicht sagen. Aber ich verspüre bei dem Song das Abfallen von Sorgen, Stress und Ängsten. Er macht mich traurig, zugleich aber auch wieder zuversichtlich und glücklich.

„Blackbird“ hat vielleicht nicht das Zeug zu einem Singlehit, dennoch wird dieser Song seinen Weg gehen. Mit Sicherheit wird uns „Blackbird“ zukünftig auf einem romantischen Sampler wieder begegnen oder einfach durch eine Dokumentation im Fernsehen begleiten.